Methoden
Mein Konzept und eine Elterninformationsmappe erhalten Sie von mir persönlich. An dieser Stelle möchte ich Ihnen einen kurzen Überblick über meine Sichtweise geben. Eine Übersicht zu meinen Methoden finden sie auch unter Frühförderung.
Ich verfolge weder den einen, noch den anderen Stil total. Beim sozialintegrativen Erziehungsstil steht die Gruppe als Ganzes im Vordergrund. Ich finde wichtig, dass die Kinder sich in einer kleinen, familienähnlichen Gruppe zurechtfinden und Tageskinder verschiedenen Alters, verschiedener Länder, Religionen mit und ohne Behinderungen zusammen leben lernen.
Weiterhin nehme ich das Kind als Persönlichkeit wahr und gebe ihm die Möglichkeit, sich individuell zu entfalten. Eigene Ideen durchsetzen, Gefühle erkennen und aussprechen lernen, bzw. ausleben sind wichtige Fähigkeiten. Dabei darf das Setzen von Rahmenbedingungen oder Grenzen nicht zu kurz kommen. Sie schaffen eine Sicherheit im Betätigungsfeld der Kinder und bieten somit auch eine Orientierung. Wichtig sind die Echtheit und die Wertschätzung, die ich den Kindern entgegenbringe.
Therapeutische Förderungen, soweit erforderlich, lasse ich in die in die Tagespflege einfließen, ohne dass das Kind sich ständig therapiert fühlt. Das könnte zu einem schlechten Selbstbild führen: „So wie ich bin, bin ich nicht richtig.“ Hier sehe ich den großen Vorteil gegenüber einer gelegentlichen Förderung, die ein- bis zweimal in der Woche stattfindet. Ein weiterer Vorteil ist, dass ich je nach täglichem und individuellem Befinden des Kindes und der Gruppe reagieren und agieren kann. Weil ich das einzelne Kind sehr gut kenne, kann ich Ressourcen ermitteln und damit kontinuierlich arbeiten, ohne das Kind dazu aus der Gruppe nehmen zu müssen. Ich biete den Kindern eine Betreuung, bei der die individuellen Bedürfnisse sehr gut berücksichtigt werden können. Die Kinder erleben immer ein und dieselbe Person. Trotzdem bietet sich die Möglichkeit, im begrenzten Rahmen soziale Erfahrungen zu sammeln, was ich als Vorbereitung auf die Schule und das ganze spätere Leben sehe. Besonders in den ersten Lebensjahren müssen Kinder feste Bindungen knüpfen und auch zu außerfamiliären Menschen tragfähige Beziehungen aufbauen können. Außerdem sollen sich soziale Kompetenzen im Umgang mit anderen Kindern entwickeln. Es ist nicht richtig anzunehmen, dass man Kinder von klein auf in großen Gruppen betreuen lassen muss, damit sie sich daran gewöhnen. Das Gegenteil ist der Fall. Können Kinder in kleinen Rahmen Bindungen aufbauen, sozialen Kompetenzen erwerben und langsam ihr Betätigungsfeld ausweiten, werden sie sich sicherer in immer größer werdenden Gruppen bewegen können, weil sie ein stabiles Selbstbild entwickeln konnten. Sie lassen sich nicht so schnell in Frage stellen und können soziale Strategien sicher anwenden. Immer wieder kehrender Stress im sozialen Gefüge hat ungünstige Auswirkungen auf das Neugier- und Explorationsverhalten, was sich negativ auf den Erwerb von kognitiven und intellektuellen Fähigkeiten auswirkt.
Mein Erziehungsziel ist, dass sich das mir anvertraute Kind wohl fühlt, sich im Rahmen der ihm gegebenen Möglichkeiten aktiv mit der Umwelt auseinandersetzt und lernt, sich selbst und andere Lebewesen als handelnde Individuen wahrzunehmen und zu respektieren. Wichtig sind die Rahmenbedingungen, die es dem Kind ermöglichen das Neugier- und Explorationsverhalten zu entfalten. An erster Stelle steht somit die Entwicklung eines positiven Selbstbildes, aus dem sämtliche Fähigkeiten hervorgehen. Meine Aufgabe ist es, ein Angebot, das eine störungsfreie Entwicklung im eigenen Tempo ermöglicht, sicher zu stellen. Ich mache individuelle Angebote, ohne die Gruppe als Ganzes aus den Augen zu verlieren. Bestandteil in der Arbeit ist ein Vorschulkonzept, dass die Kinder von Betreuungsbeginn bis zur Schule begleitet.
Ich arbeite mit der Videoanalyse, verschiedenen Beobachtungsbögen und validiere meine Erfassungen je nach Bedarf mittels Beobachtungsinstrumenten wie „Grenzsteine frühkindlicher Entwicklung“, „Frühförderung konkret“, „Mototherapie bei sensorischen Integrationsstörungen“ oder auch der „Beller Tabelle“. Im Rahmen der Betreuung eines entwicklungsverzögerten Kindes, konnte ich die Diagnose des medizinischen Dienst ergänzen, weil eine psychologische Untersuchung in diesem Fall nicht durch eine für das Kind fremde Person möglich war. Es ergab sich daraus eine Bewilligung für zusätzliche Fördermöglichkeiten durch die Frühförderstelle Teltow, die in Kooperation mit mir Förderarbeit im häuslichen Bereich des Kindes umsetzen konnte.
Meine Arbeit dokumentiere ich und bespreche sie mit den Eltern. Im Rahmen meines besonderen Angebotes ist die Erstellung eines individuellen, gemeinsam mit dem Klienten erarbeiteten Förder- und Behandlungsplan möglich, soweit dieser erforderlich ist. Gern bin ich zum Austausch und zur Kooperation mit anderen Fachgruppen bereit, sofern Sie als Eltern das wünschen. Vernetzungsarbeit spielt eine große Rolle in meiner Arbeit und soll immer zu Gunsten des Kindes stattfinden. Ein Austausch mit dem Familienzentrum, Kinderärzten, Ergo- Logo- oder Physiotherapeuten oder anderen Institutionen wird von mir sehr geschätzt.
Die Kinder erstellen unter Anleitung eine „Ich Mappe“, die sie am Ende der Tagespflege mitnehmen dürfen. Damit wird ein Beitrag zur individuellen Biographiearbeit geleistet.
Natürlich unterbreite ich verschiedene Angebote und biete feste Meilensteine im Tages- und Wochenablauf bzw. im Monatsverlauf als Orientierungspunkte für Kinder und Eltern an. Diese sollen besonders den Kindern eine Sicherheit geben und tragen zur Bildung bei. Zu viele Vorgaben behindern meiner Meinung nach aber die kreative Spontaneität. Ich möchte den Kindern nicht unbegrenzt Vorgaben machen, sondern Orientierungshilfen anbieten. Meilensteine im Tagesablauf sind: Begrüßung des einzelnen Kindes, Begrüßung der Gruppe mit einem Morgenkreis, Frühstück und Obstpause, freies und geplantes Spiel (im Haus, im Garten, ev. Spaziergang oder Ausflüge), Mittag, Ruhezeit und Nachmittagssnack sowie Verabschiedungen der Kinder. Jeder Monat und jeder Tag stehen unter einem Motto, dass uns immer wieder begleiten wird. Je nach Gruppe wird es besondere Angebote geben.
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