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Verständnisvoll zuhören und da bleiben,
Tragen, Umschließen, Halten,
Stillen,
auf die Intuition achten,
Singen, Tönen,
Schaukeln, Wiegen,
Massieren,
Baden,
Babylesestunde für Eltern,
Craniosacrale Osteopathie,
bei sich selbst bleiben - sich erden und bewusst atmen,
das Baby an eine andere liebevolle Person abgeben, um Kraft zu tanken...
Kleiner Schelm bist du.
Weißt du, was ich tu?
Steck' dich in' n Hafersack
und bind' ihn oben zu.
Wenn du dann noch schreist:
"Ach mach doch wieder auf!",
bind‘ ich ihn noch fester zu
und setz mich oben drauf...
...stellen Sie sich doch einmal vor, Sie sind unheimlich wütend über eine Situation und erzählen das einem Menschen, den Sie gern haben. Dabei fangen Sie an zu weinen oder zu schimpfen. Der Zuhörer unterbricht Sie dauernd und versucht Sie zu beschwichtigen. „Hör doch bitte auf zu weinen, draußen scheint doch die Sonne. Ist ja alles nicht so schlimm, in Afrika hungern die Kinder…" und gibt Ihnen ein Stück Schokolade, bzw. fängt an Witze zu machen, um Sie zum Lachen zu bringen. Sie können sich weder entlasten, noch fühlen Sie sich verstanden und angenommen. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass der Zuhörer einfach bei Ihnen bleibt, Sie vielleicht in den Arm nimmt und verständnisvoll zuhört.
Schreibaby
Unruhige Babys bzw. Schreibabys können eine ganze Familie ins Wanken bringen. Gut gemeinte Ratschläge, z.B. das Kind nicht so zu verwöhnen und es dauernd herumzutragen, stehen oft den eigenen Empfindungen entgegen oder bringen keine Erfolge. 95% der Eltern, die solche Ratschläge bekamen, hielten es für falsch, ihr Kind schreien zu lassen Quelle: „Das 24 Stunden Baby von Dr. William Sears“ Und das ist auch gut so!
Babys kommen nämlich mit angeborenen Kommunikationsmöglichkeiten zur Welt. Eine Form ist das Schreien. Bezugspersonen sind instinktiv auf das Kindchenschema ausgerichtet. Kind und Bezugsperson machen sich gegenseitig nach, instinktiv hält man einen Abstand von ca. 20 cm beim Babytalk ein und hebt die Stimme. Sogar kleine Kinder verhalten sich so dem Säugling gegenüber.
Dazu kommt: Das Baby kommt in der Erwartung, getragen zu werden auf die Welt. Es ist ein Tragling. Wird der Säugling abgelegt und meint, dass ihm Gefahr droht, wird er schreien. Das tut er immer, wenn er seine Existenz bedroht sieht. Der Säugling muss schreien, um unseren Impuls zu helfen auszulösen! Auch das ist Babytalk! Somit ist das Schreien an sich eine positive Fähigkeit. Auch Dr. William Sears (Kinderarzt und 8-facher Vater), sieht das Schreikind, als besonders liebebedürftiges Kind, das in der Lage ist, seine Bedürfnisse auszudrücken. Der Versuch, das Baby zu beruhigen ist also richtig und von der Natur gewollt!
Trotzdem sind viele Eltern besonders liebebedürftiger Babys am Ende ihrer Kraft.
Manchmal weiß man, warum das Kind schreit und kann es beruhigen. Manchmal hilft kein Stillen (es dockt an und ab), es möchte keinen Nuckel, Herumtragen hilft nicht lange (es wacht immer wieder auf), Singen hilft nur kurz usw. Inzwischen gibt es sogar Tonträger, die Geräusche (Fön, Staubsauger usw.) für Babys aufgenommen haben, die sie beruhigen sollen. Das Problem ist, dass die Bezugsperson irgendwann einfach nicht mehr kann. Sie fühlt sich ausgelaugt, müde und zurückgewiesen. Oft steigt ein Gefühl der Aggression hoch. Um den Impuls das Baby zu schlagen zu unterdrücken, wurde es in der Vergangenheit manchmal geschüttelt, was meistens tödliche Folgen hatte. Starke Eltern schaffen es, sich rechtzeitig Hilfe zu holen.
Schon immer wurden Kinder in den Schlaf gesungen, liebevoll besummt oder sie singen sich irgendwann selbst in den Schlaf. Das Kind kennt die mütterliche Stimme am allerbesten. Darum wirkt sie auch am beruhigendsten auf das Baby. Wie sie diese Wirkung eventuell noch weiter verstärken können, würde ich ihnen bei Bedarf gern zeigen. Interessant finde ich, dass es auch „brutale“ Kinderlieder es gibt, die von Müttern in einer lieblichen Melodie vorgesungen dazu beitragen, dass sie sich selbst ihrer Aggressionen entladen. Es gibt sie also - die Wut - und Mütter versuchen damit umzugehen. Eine Mutter erzählte mir, dass sie ihrem Baby in der Nacht immer wieder folgendes Lied vorsang, während sie es stundenlang hin- und her wiegte. Vielleicht kennen Sie oder Ihre Mutter dieses Lied auch ("Kleiner Schelm").
Das Schreien oder sehr unruhiges Verhalten an sich sagt nichts über den Auslöser aus. Es kann verschiedene Ursachen haben und ist somit auch unterschiedlich zu begleiten. Weiterhin gibt es mehrere Ansätze in der Arbeit mit Schreibabys, so dass eine individuelle Beratung wichtig ist.
Hier möchte ich einige mögliche Ursachen aufzählen:
1. Geburtstrauma
D.h. das Baby hat vor, während oder kurz nach der Geburt Erfahrungen gemacht, die es nicht verarbeiten kann. Dazu zählen z.B. starke Belastungen in der Schwangerschaft, Kaiserschnitt, Trennung von der Mutter nach der Geburt, was den Anbindungsprozess behinderte, Sauerstoffmangel, Schmerzen z.B. durch Saugglockengeburt usw.
2.Blähungen, bzw. Koliken
D.h. dass das Baby in den ersten Wochen unausgeglichen ist, weil die Darmtätigkeit in Gang kommt. Inzwischen gehen aber viele Wissenschaftler davon aus, dass die Blähungen wegen des Schreiens entstehen und nicht umgekehrt.
3.Kuhmilchallergie oder sonstige Unverträglichkeiten von Nahrung, die die Mutter zu sich genommen hat
Allerdings gibt es eine wirkliche Kuhmilchallergie nur sehr selten. Die meisten Mütter achten heute sehr auf ihre Ernährung und meiden Lebensmittel, die zu Blähungen oder wund sein führen können.
4.Unwohlsein wegen Hunger- oder Durstgefühlen, Schmerzen (z.B. liegen auf einem Knopf), Gefühl des Kontaktverlustes, Hitze- oder Kältegefühlen, neuen oder beängstigenden Wahrnehmungen aus dem Inneren (Hunger) oder aus der Umwelt (laute Geräusche)
5.Krankheiten oder ähnliches, wie z.B. das KISS Syndrom
6.Wachstumsschübe und Regulationsprobleme
Das Wachsen soll in bestimmten Phasen der Entwicklung auch zu unruhigen Zeiten führen. Hier ist das Baby besonders liebebedürftig. Das Wissen um diese Zeiten und Umstände macht es den Eltern leichter, das Schreien nicht persönlich zu nehmen. Ich finde es aber verkehrt, jedes Schreien auf einen Wachstumsschub zu beziehen und andere Möglichkeiten ganz außer Acht zu lassen. Einige Babys schaffen es nicht so gut wie andere, sich bei z.B. Überreizung davor zu schützen und zu regulieren. Sie haben Probleme, sich an die Welt anzupassen und sozusagen xHeimwehx nach dem Mutterleib.
7.Interaktionsprobleme und Missverständnisse
Durch bestimmte Umstände kann es sein, dass die Beziehungsperson die Signale des Babys nicht richtig deutet. So wird z.B. ein müdes, quengelndes Baby mit Hoppe Reiter spielen und Gesang immer weiter überreizt. Oder die Mutter wurde so stark verunsichert, dass sie Stillzeiten einhalten möchte und das hungrige Baby lieber schaukelt und herumträgt. Vielleicht konnten sich Mutter und Kind nach der Geburt nicht richtig anbinden, weil sie zu früh getrennt wurden. Besonders bei behinderten Kindern, die die angeborenen Kommunikationsmöglichkeiten (soziales Lächeln, Blickkontakt usw.), aufgrund von Funktionseinschränkungen (Blindheit, Spastik) nicht aussenden können, kann es Müttern schwer fallen, richtig zu interpretieren. Das cerebralparetische Kind macht sich vielleicht steif und überstreckt sich, wenn die Mutter es liebevoll an sich drückt. Vielleicht kann das Baby den Kopf nicht zur Mutter wenden. Durch solche Einflüsse wird der Babytalk behindert und somit auch der Beziehungsaufbau. Da die Kommunikation so instinktiv und unbewusst stattfindet, ist es besonders wichtig, um Störungen zu wissen und positive Rückmeldungen bewusst in die Beziehungsgestaltung einfließen zu lassen.