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Stillen und Tragen
Wir Menschen sind eigentlich mit einer ausreichenden Basis an intuitivem Wissen zur Welt gekommen die hilft, die eigenen Nachkommen groß zu ziehen. Beobachtungen bei Naturvölkern geben viele Informationen über den intuitiven Umgang mit Babys. Dazu empfehle ich gern den Klassiker „Auf der Suche nach dem verlorenen Glück“ von Jean Liedloff. Franz Renggli schreibt, dass alle Hochkulturen ihre Kinder die meiste Zeit des Tages an eine Schlafstelle legen und von der Mutter trennen. („Angst und Geborgenheit - Sozikulturelle Folgen der Mutter Kind Beziehung im ersten Lebensjahr“ von F. Renggli) Er formuliert, dass die frühe Mutter Kind Trennung und die damit erzeugten Ängste beim Kleinkind sogar den wesentlichen Anstoß zur Bildung einer Hochkultur gibt. Um Ängste zu verarbeiten oder um sich davon abzulenken, finden viele Menschen Möglichkeiten, die gesellschaftlich hoch angesehen (oder auch normal) sind. Gemeint ist der Workaholic von nebenan, der Philosoph, der Künstler usw. Aus den „Ablenkungsmanövern“ entwickeln sich Hochkulturen. Dabei „wussten“ die Mütter immer um das Verlangen der Kinder (z.B. nach Körperkontakt) und puckten sie beispielsweise. Das Wickeln meint ursprünglich eine Kinderbehandlungstechnik aus dem Mittelalter, bei dem die Babys in lange Bänder straff eingebunden wurden. Sie zeigten weniger Schreireaktionen und konnten mehr und ruhiger schlafen. Besonders im letzten Jahrhundert wurden Mütter verunsichert, als ihnen erklärt wurde, dass das Stillen schädlich und unnötig sei. Die Kinder wurden in eigene Betten verbracht, Ammen übergeben und schließlich nach der Geburt von der Mutter getrennt, damit „diese sich besser erholen“ konnte. Später sollten sie dann wieder stillen, aber nur nach Zeitplan. Vor 12 Jahren noch war es aus hygienischen Gründen verboten, das Kind im Krankenhaus in sein Bett zu nehmen. Außerdem sollte das Familienbett schuld am plötzlichen Kindstod sein. Inzwischen ist eine Trendumkehr zu beobachten. Allerdings gibt es Massen an Ratgebern, die von vielen Menschen gelesen werden. Versuche, sich dann endlich nach Schema F zu verhalten schlagen fehl oder sind konträr zum Empfinden der Bezugsperson, wie es mir z.B. bei dem Klassiker „Jedes Kind kann schlafen lernen“ berichtet wurde.
Darum möchte ich als allererstes Vorschlagen, auf das eigene Gefühl zu achten. Die heutigen Mütter und Väter hatten auch nicht immer die Möglichkeit, schon als Kind zu beobachten, wie man mit Säuglingen umgehen kann. Ich möchte keine fertigen Konzepte anbieten, sondern individuell schauen, was für Hilfen angezeigt sein können. Sie entscheiden dann, ob diese Form der Unterstützung für Sie annehmbar ist.
TRAGEN UND UMSCHLIESEN, HALTEN
In der persönlichen Beratung erfahren Sie mehr über:
Die Erwartung des Babys getragen zu werden, wenn es auf die Welt kommt und das es entwicklungspsychologisch betrachtet ein Tragling ist.
Die große Rolle, die das Tragen in der Prophylaxe und Behandlung der Hüftdysplasie spielt und das auch die Entwicklung der Wirbelsäule positiv beeinflusst wird.
Die vielen positiven Auswirkungen des Tragens auf die Entwicklung der Körperfunktionen des Babys und die Bindung.
Entspannende Körperhaltungen (außer dem Fliegergriff) und welchen Einfluss das Annehmen und Haltgeben auf die Entwicklung des Babys hat.
Das Rücken schonende Tragen, welche Tragemöglichkeiten es gibt, wie man ein Tragetuch wickeln kann und wie sie ihr Baby physiologisch korrekt tragen.
Alle Informationen sind schriftlich für Sie zusammengefasst worden, so dass Sie auch später noch einmal nachlesen können.
STILLEN
Muttermilch ist unnachahmbar und das allerbeste, was sie dem Kind geben können. Wussten Sie, dass in der Milch wahrscheinlich auch Stoffe enthalten sind, die beruhigend auf das Kind wirken? Oder dass es wirklich unnötig ist, Wasser oder Tee zuzufüttern wenn es richtig warm ist?
Dass das Stillen außerdem überaus positiv auf die Entwicklung und Bindung wirkt wissen Sie bestimmt. Trotzdem wollen Sie Unterstützung, haben Fragen oder Probleme? Auch von Behinderung bedrohte oder behinderte Babys können meistens gestillt werden. Es gibt Publikationen von Stillvereinen zu Themen wie "Lippen Kiefer Gaumenspalte", "Frühchen" und "Stillen von Kindern mit Down Syndrom". Bitte wenden Sie sich an mich.
WINDELFREI
Es ist unglaublich, aber es klappt Babys, die abgehalten werden sind dabei glücklich. Sie pullern nicht in den Topf, weil sie darauf abtrainiert werden, sondern weil man als Mutter so eine intensive Beziehung aufbauen konnte, dass man das Kind zur richtigen Zeit abhält. Wenn Sie das Thema interessiert, sprechen Sie mich darauf an. Ich habe unterschiedlichste eigene Erfahrungen in der „Sauberkeitserziehung“ meiner Kinder gemacht, bis ich beim 4. Kind zufällig auf diese natürliche Form der Kinderpflege kam, die nichts mit Konditionierung zu tun hat.